Welcome to Hotel Mitali


In Rangpur findet man, wenn man um einige dunkle Ecken biegt und durch einen Hinterhof und eine enge Gasse schleicht, eines der ältesten Restaurants der Stadt, das Hotel Mitali. Es hat schon zu der Zeit existiert, als Bangladesch noch Ost-Pakistan hieß. In heutiger Zeit ist es berühmt für seine urige, aber doch irgendwie fein bürgerliche Atmosphäre und für den Alkohol, den es hier unter der Hand zu kaufen gibt, obwohl das offiziel verboten ist.

Entsprechend zwielichtig und kriminell schaut der uralte Kellner, der aussieht wie das Inventar. An der Wand hängt Werbung aus den 90ern, Servietten sind Zeitungstücken, der Tee ist dickflüssig, mit echter Kuhmilch gemacht. Der Chef beurteilt die Besucher beim Eintreten von seinem Tresen aus. Die Gäste sind meistens ehrwürdige Herren mit abgewirtschafteten Hemden, die nach wichtigen Gesprächen  aussehen und ihre Bärte zwirbeln.

Dazu kommen die freudig erregten Alkoholkäufer. Die Küche ist dunkel und rauchig, Kessel brodeln, der Tee kocht überm Feuer, schnell werden Teller geknallt, gewaschen, neu gefüllt von muskulösen Armen des Küchenjunges, der im Schatten verschwindet. Das Wasser malt Blumen in den Putz und über dem ganzen Ort liegt eine jahrealte, komplizenhafte Atmosphäre, bildet man sich ein.


Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Gerdi und Thomas (Sonntag, 07 Juni 2015 11:57)

    Und gleich taucht 007 auf, natürlich als Roger Moore oder Sean O'Connery

  • #2

    Thomas aus Catterfeld (Montag, 15 Juni 2015 18:22)

    Ist dass wirklich ein Hotel? Sieht ehr wie eine schlecht laufende Kneipe aus.

  • #3

    Claudine (Donnerstag, 18 Juni 2015 20:08)

    Je ne sais pas si j'arriverais à manger dans ce cloaque!!!