Bangladesch

Das Land...

Bangladesch hat eine lange Geschichte. In dem fruchtbaren Schwemmland in wichtiger geostrategischer Lage - am Rande des indischen Subkontinents, mit dem Himalaya im Norden und Gebirgszügen im Osten - kämpften viele um die Vorherrschaft. Die Region zählte über Jahrhunderte zu den wohlhabendsten in Südasien. Im Mittelalter vermuteten einige europäische Geographen im Ganges-Delta gar das Tor zum Paradies.

 

Bevölkerung

 

In Bangladesch leben 160 Millionen Einwohner auf einer Fläche, die ungefähr doppelt so groß ist wie Bayern. In keinem anderen Land der Erde leben die Menschen auf so engem Raum - über 1000 pro Quadratkilometer. 

 

Der Großteil der Bevölkerung ist muslimisch.  Ungefähr 10% sind Hindus und weniger als 2% gehören anderen Religionsgemeinschaften an. Dazu zählen auch indigene Minderheiten, die durch das Festhalten an der eigene Sprache und Naturreligion zunehmenden an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

 

Politik

 

Bangladesch ist eine der wenigen Demokratien in Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung - doch die wuchernde Korruption erstickt viele positive Ansätze.

Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Bangladesch belegt seit Jahren einen Spitzenplatz auf der weltweiten Korruptionsrangliste von Transparency International.

Nach umstrittenen, von Gewalt überschatteten  Wahlen im Januar 2014 liegt die Regierung zur Zeit in den Händen von Premierministerin Sheikh Hasina.

 

Wirtschaft

 

Der Außenhandelsumsatz wird von einem Industriebereich dominiert: der Bekleidungsproduktion. Auch in Deutschland liegen viele Kleidungsstücke "Made in Bangladesh" in den Regalen. Da sie aber nur selten als solche gekennzeichnet sind, wissen die Käufer nicht, wie nah ihnen das Delta-Land ist. Weil die bisherigen Abkommen für den internationalen Handel mit Textilien und Bekleidung bald auslaufen, ist dieser Wirtschaftszweig stark gefährdet - und damit auch Millionen Arbeitsplätze.

Die meisten Menschen sind jedoch nach wie vor in der Landwirtschaft tätig.

 

Geographie

 

Bangladesch liegt am Golf von Bengalen, dort, wo die großen Flüsse Padma, Jamuna und Meghna sich in einem riesigen Delta in den Indischen Ozean ergießen. Es ist ein flaches Schwemmland ohne Steine, durchzogen von einem dynamischen Netz aus zahlreichen Flüssen. Durch die Lage des Landes ist Bangladesch extrem vom Klimawandel bedroht. Durch den Anstieg des Meeresspiegel könnte schon im Jahr 2100 ein großer Teil des Landes überschwemmt und 50 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen geworden sein.

Schon jetzt erschweren stärkere Fluten und häufigere Zyklone den Bangladeschis das Leben.

 

Die enge Verbundenheit von Land, Menschen und Wasser ist in Bangladesch stark erlebbar.

Reichlich Wasser und gute Böden sind ideale Voraussetzungen für die Landwirtschaft. Neben Reis wird zunehmend auch Getreide und Mais angebaut. Dennoch leiden viele Menschen Hunger. Mit einem Anteil der Bevölkerung von 81% die mit weniger als 2 US$ pro Tag leben müssen, zählt Bangladesch zu den ärmsten Ländern der Welt.